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Ein Text über Anfang und Ende. Gott und Geld. Go all the way back you came


24. November 2025

Go All The Way Back You Came. Gott und Geld. Ein Text über Anfang und Ende.

Gestern war Totensonntag. Kreuzkirche, Berlin. Ein Abendmahl.

Das erste Abendmahl nach Wiedereintritt in die Kirche ist das liturgische Willkommen in der Kirche. Ich hatte also für mein Willkommen in der Kirche den Totensonntag gewählt. Das war mir auch erst ein paar Tage vorher bewusst geworden.
Irgendwie passend, hatte ich mir da gedacht. Ohne diese ganzen Abschiede in meinem Leben, wäre ich wohl nicht bei Gott und wieder in der Kirche gelandet.

Viel zu lange hatte ich Geld als meinen Gott verehrt. Und mein Leben darauf ausgerichtet, war aus der Kirche ausgetreten.
“Mensch, Sabine, willste Dir nicht einen anderen Sonntag aussuchen für Dein liturgisches Willkommen? Im Dezember zum Beispiel, wir hatten 78 Beerdigungen im letzten Jahr. Denen werden wir alle gedenken”, hatte eine Frau aus der Gemeinde zu mir gesagt.
Nein, will ich nicht.
Ich finde genau diesen Sonntag passend. Bin dem Tod schon öfter in meinem Leben begegnet und finde, er erdet. Mit dem Tod kommt Fleisch auf die Knochen. Der Tod macht die Würze des Lebens aus. Er macht die eigene Vergänglichkeit bewusst.

Bringt Tiefe ins Leben.

Demut und Achtung.

Den Tod kann keiner bescheißen. Der diskutiert nicht, lässt sich nicht kaufen, ist unbestechlich, wahrhaftig und ehrlich. Er ist auch bedingungslos.

Alles Dinge, die ich an so manch einem Menschen in meinem Leben bitterlich vermisst habe.

Über den Tod gibt es keine unterschiedlichen Ansichten. Was er ist und so. Im Gegensatz zur Liebe. Der Tod wird verstanden. Und wenn nicht, dann begreift ihn wirklich jeder, der mit dem Tod in Berührung kommt. Wen es trifft, der verschwindet. Physisch. Einfach weg.

Im Lichte des Todes fallen alle Masken. Wir werden nackt. Wir gehen nackt.

Ich stehe in der Kirche. Neben mir eine liebe Freundin, Mutter meines Patenkindes, andere Seite Renate.
Ich habe sie beim Kirchdienst kennengelernt. Wir lieben beide unsere kleine Dorfkirche.
Und wir waren beide auf der gleichen Grundschule haben wir festgestellt. Ich als Schülerin, sie damals vor 45 Jahren, als Lehrerin.
Die Pfarrerin verliest alle 78 Namen. Mit Geburtsdatum und Sterbedatum. Das Schweigen in der Kirche wird andächtig. Demütig. Jeder Name ein Mensch: Freude, Sorgen. Ein Leben.
Die Älteste 1924 geboren, der Jüngste 1993.
Danach das Abendmahl.

Go all the way back you came.
Als es mit meinem Schmerz besonders schlimm war und ich ratlos, nahm ich mir im letzten Jahr das Buch: Poetry & Quotations. Hridaya. Die spirituelle Schule, bei der ich Yoga gelernt hatte, Meditation und das Schweigen.
Was soll ich nur tun, war meine Frage ins Buch. Ich schlug eine Seite auf, dort stand: go all the way back you came.
Das habe ich seit letztem Jahr gemacht. Ein krasser Weg. Gestern habe ich den Weg vollendet. Denn in der Kreuzkirchengemeinde hat alles begonnen, vor 52 Jahren, als ich getauft wurde. Und in der Kreuzkirche feierte ich nun meinen Wiedereintritt in die Kirche. Der Kreis hat sich geschlossen.

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